Wo stehen Sie?

Diagnostik

Allgemeine Informationen

Nach einem ersten Kennenlernen wird in der Anfangsphase der ambulanten Psychotherapie eine ausführliche Diagnostik durchgeführt. Im vertrauensvollen Gespräch werden die aktuellen und vergangenen psychischen und körperlichen Probleme in ihrer Entstehung und ihrem bisherigen Verlauf betrachtet.

Das Ziel für mich als Psychotherapeut besteht dabei primär darin, Sie als Mensch mit Ihrer Problematik zu verstehen und Ihre bisherigen Bewältigungsversuche kennenzulernen. Bei diesem Austauschprozess können wir gemeinsam erkennen, wo Sie gerade „stehen“ und welche Ziele und Wünsche Sie bzgl. einer Veränderung in der Zukunft haben.

Zudem werden wir uns anschauen, welche Ihrer bereits vorhandenen Ressourcen, Talente und Fähigkeiten uns dabei helfen können, diese Ziele zu erreichen.

Im Sinne eines ganzheitlichen neuropsychosomatischen Krankheitsverständnisses erfolgt die Diagnostik auf verschiedenen Ebenen. Neben der klassischen psychiatrisch-psychotherapeutischen Diagnostik kann bei Bedarf auch eine neuropsychologische Diagnostik durchgeführt werden.

Bei bestimmten körperlichen Problemen, wie z.B. chonischen Schmerzen, kann eine Messung verschiedener Körperparametern wie Muskelanspannung, etc. erfolgen, um z.B. einen erhöhten Muskeltonus festzustellen (s. Biofeedback-Diagnostik).

Nach erfolgter Durchführung der Diagnostik werden alle sich daraus ergebenden Informationen in ein Erklärungsmodell zusammengeführt und diejenigen Prozesse, die für die Entstehung und Aufrechterhaltung der aktuellen Probleme verantwortlich sind, markiert.

Anschließend wird gemeinsam ein angemessener verhaltenstherapeutischer Behandlungsplan entwickelt.

Psychiatrisch-psycho­thera­peutische Diagnostik

Das klassische psychotherapeutische Gespräch ist bei dieser Diagnostik das Mittel der Wahl, um mithilfe von gezieltem Erfragen festzustellen, welche Probleme vorliegen. Dies kann in einem freien Gespräch stattfinden oder aber auch genauer durch ein diagnostisches Interview. Des Weiteren werden Fragebögen eingesetzt, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Durch das Zusammenführen der Informationen ergibt sich letztendlich, falls vorhanden, eine Diagnose.

Neuropsychologische Diagnostik

Die neuropsychologische Diagnostik ist eine Zusatzoption, die eingesetzt werden kann, um gezielt bestimmte kognitive Fähigkeiten mithilfe von computerbasierten Tests zu überprüfen. Ein oder mehrere Tests können Aufschluss darüber geben, ob bestimmte Funktionen wie Gedächtnis, Merkfähigkeit, verschiedene Facetten der Aufmerksamkeit, Intelligenz oder die Impulskontrolle beeinträchtigt sind.

Da bei der Testung ein Vergleich mit einer Normstichprobe von Personen stattfindet, die keine Beeinträchtigung in diesen Fähigkeiten haben, kann überprüft werden, ob tatsächlich eine Beeinträchtigung besteht. Auf diese Weise kann das subjektive Erleben mit der tatsächlichen objektiven Realität überprüft werden.

Zudem kann die Diagnostik dafür genutzt werden um bereits vorhandene Diagnosen zu bestätigen oder von anderen Diagnosen abzugrenzen. Zum Beispiel können starke Konzentrationsprobleme bei verschiedenen psychischen Problemen auftreten, ohne dass eine ADHS im engeren Sinne vorliegen muss.

Spezifische ADHS-Diagnostik

Aufgrund des psychotherapeutischen Angebots von Neurofeedback zur Behandlung von AD(H)S, kommen immer wieder Menschen, die bereits mit AD(H)S vordiagnostiziert sind oder bei denen ein Verdacht auf AD(H)S vorliegt, in meine Praxis. In beiden Fällen kann durch eine spezifische AD(H)S-Diagnostik eine Klärung stattfinden.

Neben der bereits oben erwähnten psychiatrisch-psychotherapeutischen Diagnostik wird die neuropsychologische Testung eingesetzt, um die Beeinträchtigungen hinsichtlich verschiedener Facetten der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses und der Impulskontrolle zu überprüfen.

Falls sich daraus ein begründeter Verdacht auf ein AD(H)S ergibt, kann zusätzlich noch eine Neurofeedback-Diagnostik erfolgen, um zu überprüfen, welches Neurofeedback-Training für die spezifische Person am besten geeignet ist.

Neurofeedback-Diagnostik

Bei der Neurofeedback-Diagnostik wird die Gehirnaktivität gemessen und verglichen, ob es an den jeweiligen Messstellen (1-19 Kanäle) Abweichungen von bestimmten Normen gibt. Beim ADHS wird z.B. überprüft, ob langsame Theta-Wellen (Unkonzentriertheit) mehr vorkommen, als schnelle Beta-Wellen (Konzentriertheit). Das daraus berechnete Verhältnis wird mit einem Wert verglichen, der sich in der Forschung als typisch für ADHS-Patienten ergeben hat. Zudem kann betrachtet werden, ob es Abweichungen zu gesunden Menschen gibt, die keine psychischen Probleme haben (Z-Werte-Vergleich). 

Das Ziel dieser Diagnostik ist es, aus den erhaltenen Ergebnissen bestimmte, subjektiv auf den einzelnen Patienten zugeschnittene Trainingsprotokolle zu entwickeln. In dem anschließenden Neurofeedback-Training werden diese Protokolle dann verwendet, um durch ein gezieltes Training die Probleme und Symptome positiv zu verändern. Eine spezifische Diagnose kann aus der Diagnostik allerdings nicht abgeleitet werden. Eine Neurofeedback-Diagnostik ersetzt auch nicht eine neurologische Untersuchung oder die Auswertung der Gehirnströme durch einen erfahrenen Neurologen.

Biofeedback-Diagnostik

Bei der Biofeedback-Diagnostik wird gemessen, wie sich bestimmte Körperparameter in Ruhe/Entspannung oder unter Belastung/Stress verhalten. Bei Spannungskopfschmerzen ist z.B. ein erhöhter Muskeltonus der Schulter-Nacken-Muskulatur typisch, bei Rückenschmerzen die Rückenmuskulatur. In der Regel wird zu Beginn ein standardisierter Stress-Entspannungs-Test durchgeführt, um zu schauen, wie der ganze Körper unter den verschiedenen Bedingungen reagiert. Anschließend werden dann spezifische Körperfunktionen, die in Verbindung mit den geschilderten Beschwerden stehen, in ihrem Verhalten analysiert.

Das Ziel der Biofeedback-Diagnostik besteht darin ein geeignetes Trainingsprotokoll zu entwickeln, mit welchem sich die Symptome reduzieren lassen. Bei bestimmten Auffälligkeiten ersetzt sie jedoch nicht die somatische Untersuchung durch einen Haus- oder Facharzt. Zudem dient sie nicht der Diagnosefindung, sondern kann diese lediglich unterstützen.

  • Gunnar Ströhle
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